Web-Berichte

Der Kölner Ex-Rennradfahrer Wüst wird zum Profijäger

Der Countdown läuft! In 14 Tagen fällt am Fühlinger See der Startschuss zum Cologne Triathlon Weekend 2012. Von Freitag, 31. August, bis Sonntag, 2. September, kämpfen wieder mehr als 4.000 Sportler gegen die Uhr - und den inneren Schweinehund. Einer von ihnen ist der ehemalige Kölner Radprofi Marcel Wüst.
Von Cora Finner

triathlon500_preview

"Für einen normalen Mittvierziger bin ich sehr gut in Form", beantwortete der Ex-Radprofi Marcel Wüst die Frage nach seinem aktuellen Fitnesszustand. Im Vergleich zu einem Profisportler zeige seine Formkurve jedoch deutlich nach unten. "Meine Profikarriere ist aber ja auch schon über 4.000 Tage her", verteidigte sich der Kölner. Ganz die Finger vom Rad kann und will der 45-Jährige aber noch nicht lassen, und so startet er auch in diesem Jahr wieder beim Cologne Triathlon Weekend.
Dabei wird er als Radfahrer in einer Staffel gegen die Profis auf der Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen) antreten. Unterstützung erhält Wüst vom ehemaligen Schwimm-Profi Christian Keller und dem letztjährigen Sieger des Essen Marathons, Matthias Graute. Ob es für die Drei am Ende zum Sieg reichen kann, wollte sich der frühere Spitzensportler noch nicht festlegen: "90 Kilometer sind kein Pappenstiel. Dafür trainiere ich eigentlich viel zu wenig", gab der Kölner zu. "Ich verspreche aber, mein Bestes zu geben."
Schwitzen für einen guten Zweck
Die Konkurrenz auf der Strecke kann sich jedoch sehen lassen. Neben der Ironman Amateur-Weltmeisterin Beate Görtz, rechnet sich vor allem auch Lokalmatador Johann Ackermann gute Chancen aufs Podium aus. Top-Favorit auf der Mitteldistanz ist für Wüst jedoch der Vorjahres-Zweite Per Bittner. "Ihn gilt es zu schlagen", so der Ex-Profi. Sollte dies der selbsternannten "Profijäger-Staffel" nicht gelingen - kein Problem. Allein für die Teilnahme am Cologne Triathlon Weekend gehen 2.500 Euro an "DAT KÖLSCHE HÄTZ", mit dem krebskranke Kinder unterstützt werden. "Ich als kölscher Jung mache mit bei einer kölschen Veranstaltung und sammel dabei auch noch Geld für einen kölschen Zweck. Was will man mehr", freute sich Wüst.
Und der frühere Radprofi ist nicht der einzige Prominente, der sich für den guten Zweck quält. Auch die TV-Schauspielerin Nina Vorbrodt wird gemeinsam mit Kollegin Liz Baffoe und Moderatorin Marlen Lufen an den Start gehen, allerdings in der kürzeren "Smartdistanz" (0,7 Kilometer Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren, 7 Kilometer Laufen). So richtig von ihren sportlichen Qualitäten überzeugt, scheint die Kölnerin allerdings nicht zu sein. "Ich versuche die sieben Kilometer zu laufen. Zur Not spaziere ich aber auch ins Ziel", schmunzelte die 40-Jährige. Ehrgeiziger ist da schon Schauspieler Daniel Wiemer ("Ladykracher"), der auf der Volksdistanz eine Zeit von unter 1:26 Stunde erreichen will.

Köln-Triathlon gehört zu den Top Ten der Welt
Im Jahr 2011 gingen 4.200 Sportler auf den sieben verschiedenen Distanzen an den Start. Diesmal erwartet Veranstalter Uwe Jeschke ähnlich viele Teilnehmer. "Damit gehört der Kölner Triathlon von der Teilnehmerzahl zu den zehn größten Triathlon-Veranstaltungen der Welt", sagte er nicht ohne Stolz.
Aber nicht nur auf, auch neben der Strecke rechnet Jeschke wieder mit regem Zuspruch: "Bei schönem Wetter werden bestimmt wieder knapp 50.000 Zuschauer die Wettkämpfe verfolgen." Der Startpunkt für alle Disziplinen ist die Regattabahn am Fühlinger See. Hier befindet sich auch der Zieleinlauf für den "Cologne Smart"-Wettkampf am Samstag. Die Mittel- und Langdistanz am Sonntag enden auf der Deutzer Seite am LVR-Turm.
Um das Event für alle Athleten so angenehm wie möglich zu gestalten, werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Der Einsatz in den verschiedenen Bereichen (Radstrecke, Laufstrecke, Auf- und Abbau, Nummernausgabe, Verpflegung etc.) wird mit einem Helferpaket belohnt, welches unter anderem 30 Prozent Nachlass auf die Startgebühr für das Cologne Triathlon Weekend 2013 verspricht. Wer statt zu helfen lieber selbst sportlich aktiv sein möchte, hat noch die Möglichkeit, sich bei der Startunterlagenausgabe am Fühlinger See nachzumelden. Weitere Informationen zur Anmeldung sowie zum Strecken- und Zeitplan unter www.koelntriathlon.de

Bericht Report-K vom 02.02.2012

Donnerstagabend im Kölschen Fasteleer: Gute Stimmung in den großen Sälen

100 Prozent ausverkauft meldete dagegen die Kölsch Hätz Sitzung im Theater am Tanzbrunnen. Robert Greven moderierte und ein Mitglied, Andreas Boden war besonders tapfer, denn er hielt als Kermit durch. Beim Kölsch Hätz sprudeln die Spenden. Seit April, dort macht man immer den Jahresschnitt, hat man 136.000 Euro für krebskranke Kinder gesammelt und rechnet auf der Sitzung mit weiteren rund 40.000 Euro. Das Programm für die exakt 1.064 Gäste vom Allerfeinsten und da ist es wenig verwunderlich, dass die Sitzung meist schon 14 Tage nachdem der letzte des Elferrates die Bühne verlassen hat wieder ausverkauft ist. Bläck Fööss, Brings, Stelter, Cantz, Metzger, Beckers, Paveier, Cöllner, Brings und Klungelköpp standen auf dem Programmzettel. In 12 Jahren hat das Kölsch Hätz Team um Robert Greven 1,35 Millionen Euro gesammelt. Am 15.2.2012 ab 18 Uhr wird man Geschenke von großen Karnevalskünstlern versteigern. Unter anderem die rote Bühnenjacke von Guido Cantz, die Ukulele von Bernd Stelter und Brings haben auch eine Überraschung beigesteuert. Der Erlös kommt zu 100 Prozent dem Kölschen Hätz zu Gute.

Ein Prinzessinnen-Zuhause auf Zeit

Von Anja Katzmarzik, 28.01.12, 14:23h

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Der Förderverein krebskranker Kinder e.V. setzt sich unermüdlich für erkrankte Kinder ein. Neben einem Elternhaus finanziert der Verein zudem Kuren und fünf Stellen auf der Kölner Kinderkrebsstation. Davon profitiert auch die dreijährige Victoria.

Die dreijährige Victoria leidet unter einem Neuroblastom. Hier ruht sie sich nach dem Toben mit ihrem Lieblingsplüschtier auf dem Hochbett im Spielzimmer aus. Köln - Mit Vollgas kommt die Prinzessin um die Ecke geflitzt. So schnell, dass die Kinderwagen in der Eingangshalle in Sicherheit gebracht werden müssen. Erst kurz vor der großen Kommode bremst Prinzessin Victoria ab. Zum ersten Mal in dem noch jungen Jahr brennt auf dem Möbelstück eine Kerze, obwohl draußen die Sonne scheint. Besucher fragen, ob ein Kind Geburtstag hat. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Heute Morgen ist ein zwölf Jahre alter Junge gestorben. Er litt an Krebs. Wie Victoria auch.

Nur an ihrer Glatze ist zu erkennen, dass sie eine Chemotherapie hinter sich hat: Bei der Dreijährigen wurde im vergangenen Mai ein Neuroblastom entdeckt. Diese Art bösartiger Tumore siedelt sich im Nervensystem an und stellt die häufigste Krebsart bei Kindern dar und tritt im frühen Kindesalter auf. Etwa 40 Prozent erkranken im ersten Lebensjahr. 90 Prozent der Patienten sind jünger als sechs Jahre. Spenden sind überlebenswichtig.

Die letzte Hoffnung für viele Familien ist Prof. Dr. Frank Berthold, Chef der Kinderonkologie der Uniklinik Köln. Er ist auf das Thema spezialisiert und führt derzeit eine Studie dazu durch. Für Victoria ist es heute jedoch wichtiger, sich als Prinzessin zu verkleiden. Denn heute hat sich ein Fotograf angesagt. Eine Spende wird übergeben. Und Spenden sind ihrem Fall überlebenswichtig. Der Förderverein krebskranker Kinder e.V. betreibt nicht nur das Elternhaus, in dem Victoria für die Zeit ihrer Behandlung mit ihrer Mutter wohnen kann und sie einen wichtigen Schutzraum finden. Mit 800 000 Euro jährlich gibt der Verein – den betroffene Eltern aus einer Selbsthilfe heraus 1990 gründeten – Kindern und ihren Eltern in dem behaglich und freundlich eingerichteten Gebäude an der Gleueler Straße in Köln-Lindenthal ein zu Hause auf Zeit. Hier finden sie Geborgenheit und – wenn sie wollen – Beratung. „Es geht darum Mut, Zuversicht und ein bisschen Ruhe zu vermitteln“, erklärt die Vereinsvorsitzende Marlene Merhar. Das Angebot gilt auch für Eltern von anderen chronisch kranken Kindern.

In 15 Appartements mit eigener kleiner Küche können die Familien während der schweren Zeit der Therapie in der Uniklinik nebenan zumindest ein kleines Stück normales Familienleben führen. Es gibt aber auch eine große Gemeinschaftsküche, Raum für Gespräche, Spiel und Hobbys.

Der Weg zur Heilung ist weit und hart. Der Verein bezahlt aber auch Freizeitfahrten oder Kuren, die von der Krankenkasse nicht genehmigt wurden, und hilft in Not geratenen Familien. Erkrankt ein Kind so schwer, müssen Eltern oder alleinerziehende Elternteile oft ihre Beruf aufgeben. „Viele kommen in finanzielle Not“, so Hausleiterin Andrea Tepe. Besonders tragisch ist es, wenn das Kind stirbt. „Sie können dann nicht einmal die Beerdigung zahlen.“

Zwar stehen die Heilungschancen für an Krebs erkrankte Kinder relativ gut. 70 Prozent werden dauerhaft geheilt. Doch der Weg dorthin ist weit und hart, Folgeschäden bleiben. Und Beratung oder kurzfristige Unterbringung wie hier im Elternhaus sind immer noch keine Regelleistung. Ist das Kind schlimm dran oder sind noch andere Geschwisterkinder in der Familie, stellt es für Familien schon oft ein unüberbrückbares Hindernis dar, nur einen Arzttermin wahrzunehmen. „Sie haben keine Zeit und kein Geld für Kinderbetreuung.“

Andere kommen von weit her, wie Olesja Statsenko aus Moskau, deren Sohn Matvey einen Gehirntumor hat. „Wir haben unsere Wohnung und unser Auto verkauft, um herkommen zu können. Wir glauben, dass die Ärzte hier uns helfen können.“

Für die Pharmaindustrie sind 2000 Kinder nicht genug. Der Förderverein leistet aber nicht nur wichtige psychosoziale Arbeit. Er kämpft auch um wissenschaftliche und politische Hilfe für die Kinder, für die es keine Lobby gebe. „Für die Pharmaindustrie sind 2000 Kinder, die in Deutschland im Jahr erkranken, nicht genug, damit es sich für sie lohnt, in spezielle Kinderkrebs-Forschung zu investieren.“ Dabei unterscheiden sich die Krankheitsverläufe komplett von denen Erwachsener.

So muss der Verein derzeit fünf Stellen auf der Kinderkrebsstation finanzieren und muss immer um die Übernahme von Kosten für spezielle Onkologen oder Palliativmediziner bangen, die es ohne den Spendeneinsatz des Vereins nicht gäbe. Für zwei Arztstellen, die der Verein finanzierte, gab es „erst nach jahrelangem Kampf“ eine Regelfinanzierung. Eine weitere bezahlt er immer noch.

Der Verein kämpft ständig für die Übernahme von Kosten für spezielle Onkologen oder Palliativmediziner für Kinder, die ihnen nicht zugestanden werden. Eine Arztstelle, die der Verein finanzierte, bekam „erst nach jahrelangem Kampf“ eine Regelfinanzierung. Zwei weitere bezahlt der Verein immer noch. Merhar: „Das ist eigentlich nicht unsere Aufgabe. Aber die Alternative ist, dass es unseren Kindern noch schlechter geht.“ Victoria und Matvey ahnen davon zum Glück nichts. Hauptsache, dass Prinzessinnenkostüm passt. Ihnen geht es für ihre Verhältnisse schon besser. Für den Moment. Und hoffentlich für die Zukunft.

webbericht_brings_04.2011_neu

webbericht_kf_sitzung2011_neu